Jan Fleischhauer: Unter Linken: Von einem, der aus Versehen konservativ wurde
„Wer links ist, lebt in dem schönen Bewusstsein, im Recht zu sein, ja, einfach immer recht zu haben. Linke müssen sich in Deutschland für ihre Ansichten nicht wirklich rechtfertigen. Sie haben ihre Meinung weitgehend durchgesetzt, nicht im Volk, das störrisch an seinen Vorurteilen festhängt, aber in den tonangebenden Kreisen, also da, wo sie sich vorzugsweise aufhalten.
(…)
Die andere Seite weiß noch nicht einmal, wie sie sich selber nennen soll. Niemand in Deutschland, der noch bei Trost ist, bezeichnet sich selbst als rechts. Bürgerlich vielleicht, oder konservativ, aber selbst das nur mit angehaltenem Atem. Rechts ist nicht die andere Seite des Meinungsspektrums, es ist ein Verdammungsurteil.
In der Meinungswirtschaft, in der ich mein Geld verdiene, gibt es praktisch nur Linke. Und wer es nicht ist, behält das lieber für sich. Ein Grund für die kulturelle Dominanz der Linken mag sein, dass die andern nichts zu sagen haben oder die eigenen linken Ideen so überzeugend sind, dass neben ihnen alles verblasst. Ich vermute eher, viele sind links, weil es die anderen auch sind.
(…)
Am Anfang versuchte ich, meine konservativen Neigungen zu unterdrücken. Ich redete mir ein, sie würden vorbeigehen wie jugendliche Hitzewallungen. Beim nächsten Kohl-Witz lachte ich dafür besonders laut, um nicht aufzufallen. Kurz, ich verhielt mich wie ein vierzigjähriger Familienvater, der plötzlich entdeckt, dass er schwul ist, und nicht weiß, was er tun soll.“
Ernst Hofbauer: Inschallah Österreich. Das unheimliche Paradies.

Über die Islamisierung Österreichs und die Rolle islamischer Organisationen dabei. Hier ein Interview mit dem Autor.
Herfried Münkler: Die Deutschen und ihre Mythen
Einer der bedeutendsten und kreativsten Köpfe der deutschen Politikwissenschaft untersucht die Bedeutung von politischen Mythen, also kollektiven Selbstbildern und Deutungsmustern, an einem denkbar interessanten Objekt, nämlich der deutschen Nation.
Rezensionen weitere Informationen im Handelsblatt und im Deutschlandfunk.
Joseph Ratzinger/Benedikt XVI.: Einführung in das Christentum
Wenn der Verlauf der Kampagne gegen die katholische Kirche eines gezeigt hat, dann dies: dass das Christentum, und keineswegs nur das katholische, die unbekannteste Religion der Welt ist. Dieses Buch sei allen empfohlen, auch dem frischgebackenen Großtheologen Henryk M. Broder, die meinen, sich zu Fragen des Christentums äußern zu müssen.
Präzise in der Sprache, gedankenreich in der Argumentation, die richtige Balance zwischen Knappheit und Ausführlichkeit wahrend und an keiner Stelle in Theologenlyrik flüchtend oder die Intelligenz des Lesers beleidigend. Wer das Christentum kennenlernen will, ist hier richtig.
Hans-Werner Sinn: Das grüne Paradoxon
Hans-Werner Sinn ist einer der klügsten Köpfe der Republik. Das wissen aber die Wenigsten. In die Medien kommt man bei uns nämlich nicht dadurch, dass man noch so kluge Bücher schreibt. In die Medien kommt man, wenn man sich missverständlich ausdrückt. Dass Hans-Werner Sinn neulich sagte, die Manager würden zu Sündenböcken für die Finanzkrise gemacht wie 1929 die Juden, reichte für ein gewaltiges Rauschen im Blätterwald. Ein Buch wie dieses hier aber nicht, obwohl es weiß Gott wichtiger ist:
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Frank Ochmann: Die gefühlte Moral. Warum wir Gut und Böse unterscheiden können
Bei allem, was man über die Gesellschaft sagt und schreibt, sollte man davon ausgehen, wie und warum sie funktioniert; was sie zusammenhält; und vor allem: warum wir uns (normalerweise) ganz anständig verhalten: Denn selbstverständlich ist das ja nicht. Einige wichtige Antworten auf diese Fragen gibt Frank Ochmann in einem der besten populärwissenschaftlichen Bücher, die ich je gelesen habe:
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Michail Bulgakow: Der Meister und Margarita
Yissakhar Ben-Yaacov: Leben für Israel. Erinnerungen eines Diplomaten.
Yissakhar Ben-Yaacov: Leben für Israel, Erinnerungen eines Diplomaten
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Henryk M. Broder: Kritik der reinen Toleranz
Der Großmeister der garstigen Polemik hat wieder zugeschlagen:
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